Zurück zum Anfang

Was wir den Anfang nennen ist oft das Ende. Und etwas zu beenden bedeutet etwas anzufangen. Vom Ende aus fangen wir von Neuem an.

T. S. Eliot

Geschichten zur Geschichte

Das Gestern verbindet sich mit dem Heute. Wir kennen und schätzen unsere Wurzeln und laden Sie ein, in unsere Welt einzutauchen. Unser Hof war bis 1735 im Besitz des Matthias Pfisterer, Mayr zu Unterhaid und seiner Frau Magdalena gewesen. Nachdem die Witwe Magdalena Daniel Gruebpauer ehelichte, musste der Hof aber 1750 wegen unbotmäßiger Schulden an den bürgerlichen Gastgeb Franz Xaver Raab verkauft werden. Die Geschichte unserer Familie auf diesem Hof hat mit der Hochzeit von Petrus Marchsteiner und Anna Maria Sommetsberger in der Pfarre Enns am 28.4.1766 begonnen. Er war ein weichender Sohn des Mair zu Spittal in Enns („Enserisch“). Schon am 16. April 1766 wurde unser Erbhof von Raab „... ab ao 1750 Prothocoll folio 225 innegehabt und besessene hof zu hayd samt denen dabey befindlichen Hofstatt ...“ erworben. Seit dieser Zeit also ist der Mairhof zu Haid im Besitz der Familie Marksteiner und wird nun schon in siebter Generation, also mehr als 200 Jahre und damit als Erbhof bewirtschaftet. Am nördlichen Tor findet sich noch ein Granitbogen aus der Zeit von Petrus‘ Enkel Matthias aus dem Jahr 1811.

Das heutige Erscheinungsbild des Hofes geht auf das Jahr 1886 zurück. Florian und Cäcilia Marksteiner bauten damals beinahe die Hälfte des gesamten Vierkanters samt den Gewölbestallungen neu auf. Diese sind trotz eines Großbrandes im Jahr 1966 sehr gut erhalten.

Unsere einzigartige Fassade wurde im Jahre 1936 durch den Großvater Josef Marksteiner nach Vorbildern „dreinta und hereinta da Donau“ gestaltet. Damals in der Farbgebung üblich, heute eines der allerletzten seiner Art. Im Jahr 1950 wurde mit der Errichtung des Landarbeiterwohnhauses beim Vierkanter begonnen, nachdem das bisherige Gesindehaus zu klein und baufällig geworden war. Die „Melkerleute“ und andere Dienstboten bewohnten fortan dieses Gebäude. Im Erdgeschoss befand sich auch die erste Traktorgarage. Dieses Haus ist nach einer gründlichen Sanierung nun das Gästehaus, in dem Sie wohnen.

Viele liebevolle Details aus der Vergangenheit unseres Hofes finden Sie dort wieder.

 

Die Hohe Stube

Früher war das der schönste Raum in einem Vierkanter, meist im Obergeschoß gelegen und nur zu hohen Festtagen oder zur Repräsentation genützt. Schon die Tür dazu hatte etwas Besonderes zu sein. Diese Tür begrüßt Sie nun im Eingangsbereich. Wir haben ihr neues Leben eingehaucht. Nachdem sie sorgfältig restauriert wurde, dient sie nun als Garderobe und ein bisschen auch als Schmuckstück des Eingangsbereiches.

Die Bauernstube

Die typischen Elemente davon finden Sie in unserem Aufenthaltsraum wieder. Die „lange Bank“, auf der alle Besucher früher Platz genommen haben und langsam dem Tisch und damit dem Bauern näher rutschten, gibt es auch bei uns wieder. Allerdings etwas gemütlicher. Weich gepolstert und nicht mehr ganz so hoch. Und natürlich ohne die Etikette vergangener Tage.

Auf die wohlige Wärme des Kachelofens müssen Sie nicht verzichten. Sobald die Witterung es erlaubt, wird eingeheizt. Da freut man sich über echtes Sauwetter.

Und der Buffetschrank ist die Neuauflage der alten „Kuchlbudl“. Ein geräumiger, niedriger Geschirr- und Aufbewahrungsschrank mit Vorhang und obenauf reichlich Arbeitsfläche. So war das früher, bevor die Einbauküche erfunden wurde.

Alte, reich geschnitzte Kastenfüllungen entdecken Sie als Wandschmuck neu. Als Reminiszenz an das längst verblichene Bauernleinen finden Sie feinste Leinenwaren aus dem Mühlviertel, verarbeitet zu Tischwäsche, Hüllen für Pölster und Beistelltische.

Großmutters Wäscheschrank

„Was Mütterlein mir einst beschert, halt ich in diesem Kasten wert.“ Solche Spruchbänder dienten nicht nur der Optik, ihre Herstellung mit feinster Stickerei war auch willkommene Abwechslung an langen Winterabenden. Großmutter Marias Kasten samt Spruchbändern finden Sie im Aufenthaltsraum. Doch darin verbergen sich nicht mehr Wäschestücke wie anno dazumal sondern köstliche Schätze, die Sie gerne käuflich erwerben können. Und ganz nebenbei werden hier die Sitzauflagen und Decken für kühlere Abende auf der Terrasse aufbewahrt.

Auch sonst gibt es dort und da echte Handarbeiten zu entdecken. Da sind drei ganz besondere Damen am Werk, die uns immer wieder mit ihren feinsten Arbeiten beschenken.

Torbilder

Heiligenbildnisse haben auf den großen Vierkanthöfen lange Tradition. Sie sind nicht nur Zeugnisse von Volksfrömmigkeit sondern auch Ausdruck des Schutzbedürfnisses für Mensch, Tier und Hof. Am und im Vierkanthof finden sich solche Bildnisse des Heiligen Florian (Schutzpatron vor Brandkatastrophen), des Heiligen Leonhard (Schutzpatron der Tiere) und der Heiligen Dreifaltigkeit. Die jetzigen Bilder am Hof stammen aus der Zeit des Fassadenbaues 1936. Im Stiegenhaus des Gästehauses haben wir den Heiligen Leonhard angebracht, der noch aus 1886 datiert.

Barockkapelle

Das Entstehungsdatum und der Stiftungszweck der Hauskapelle in unserem Garten liegen im Dunkeln. Auf Grund der Ornamentik ist die Errichtung um 1750 anzusetzen. An der Rückwand hängt in einem geschwungenen schwarzen Holzrahmen ein Ölbild mit dem Bildnis „Maria in der Hoffnung“, eine seltene Darstellung der schwangeren Gottesmutter. Die Nutzung für Maiandachten wurde von Generation zu Generation weitergelebt. Wir laden Sie ein, im Mai an unseren Maiandachten teilzuhaben. Die Termine werden jeweils bekanntgegeben. Ein Umtrunk im Anschluss hat dabei schon lange Tradition. Auch Segnungen werden gerne hier vorgenommen und durch die Pfarre Mauthausen pastoral begleitet.

Viele weitere Flurdenkmäler (Marterl) finden sich im Umkreis. Darunter ein hofeigener, spätgotisch granitener Bildstock der „S. Trinitas“ (Hl. Dreifaltigkeit) aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Bei einem Spaziergang lassen sie sich gern entdecken.

 

Bauernmöbel

Auf den Bauernhöfen ging und geht man mit der Zeit. Gutes wird bewahrt, für Neues sind wir offen. Für Sie haben wir Anleihe an Großmutters Hochzeitskästen genommen und diese von einer Tischlerei aus unserer Region nachbauen lassen. Das Innenleben ist aber ganz den heutigen Anforderungen angepasst. Sie finden diese Kästen in den Gästezimmern, aus Vollholz gefertigt, so wie auch die übrigen Möbel. Gearbeitet sind sie alle aus dem Holz der Esche, das für unsere Wälder typisch ist. In unseren Auwäldern ist die Eiche ebenfalls sehr häufig anzutreffen. Diese finden Sie in den Böden der Zimmer – klassisch im Fischgrätmuster verlegt. So viel Liebe zum Handwerk und zum Material verlangt natürlich auch Fürsorge. Wir pflegen die geölten Oberflächen, genießen Sie diese barfuß, mit Ihren Hausschuhen oder mit den handgestrickten Filzpantoffeln, die Sie gerne bei uns entlehnen können. Gönnen Sie Ihren Straßenschuhen eine Pause.